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Jun 16

Bieler Laufnacht 2015 – Franz Holzleitner

Wieder ist ein Jahr vergangen und die Bieler Laufnacht diesmal zum fünften Mal steht auf dem Plan. Das Wetter ließ sich als gutes Laufwetter erwarten. Vor dem Lauf in Biel schon wie immer die große Läuferschar die sich ihren Läufen sei es der Halbmarathon, der Marathon oder dem Ultra den legendären Lauf von 100km laufen wollen. Darunter viele bekannte Gesichter die sich immer wieder solche Ultras für ihre Läufe aussuchen. Für Biel selbst war das Buch mit dem Titel „ Irgendwann musst Du nach Biel „ von Werner Sonntag für Läufer bekannt. Werner Sonntag ließ es sich nicht nehmen selbst mit dabei zu sein zwar mit Walkingstöcken aber er war dabei. Auf der Anhöhe bei Jens lief ich an ihm vorbei leider habe ich ihn zu spät bemerkt, so ist gerade ein anderer Läufer schneller an ihn heran gekommen hätte gerne auch ein paar Worte mit ihm gesprochen. Kannte ich ihn doch seit dem letzten Jahr vom Tauberlauf. Jetzt zum Lauf um 22Uhr erfolgte der Start mit einen richtigen Knall worauf sich der Läuferpulk in Bewegung setzte. Eine Runde durch Biel und dann hinaus in die Finsternis. Was heißt Finsternis, hatte dabei nur selten die Stirnlampe eingeschaltet nur bei ein paar Stellen erschien es mir vorteilhafter. War immer wieder bedacht die Rundenzeiten nicht unter 6:00-6:30 zu lassen . Finde es immer wieder fantastisch den Bieler Nachtlauf zu Laufen, die Menschenmenge die Nachts die Läufer anfeuern, egal zu welcher Zeit erst ab 4Uhr morgens wird es meist ruhiger. Die Läuferschar selbst die sich wie ein Wurm durch die Nachtlandschaft schlängelt mit ihren Stirnlampen. Bis km 38 lief es mir bestens und ab da war es als wenn ein Schalter umgelegt wurde es lief nichts mehr. Die Füße wollten nicht mehr sie waren plötzlich ganz schwer, ich hatte keine Schmerzen keine Krampf nichts und doch war es ein Grauen zu laufen. Der Gedanke wie sollte das Enden, was brauche ich um aus diesem Tief zu kommen. Bei der 3 Verpflegungsstelle war die erste Stelle wo ich stehenblieb und mir zusätzlich zu meinem Trinken aus dem Rucksack noch Wasser trank und zum ersten Mal seit dem ich laufe ein Iso-Getränk zu mir nahm hatte zwar bedenken und trank es trotzdem. Anschließend hatte ich das Befinden das das Laufen wieder Fahrt aufnahm. Von da an nahm ich bei allen restlichen Verpflegungsstellen ein Becher Iso und einen Becher Wasser zusätzlich zu mir. Das Laufen war ab km 45 wieder in Ordnung, natürlich zerrten die Kilometer an der Substanz aber trotz alledem war ich zufrieden wie es lief. Das Schöne an diesem Lauf war  der Krampf, der hatte mich vergessen, ich konnte nach langer Zeit bergauf laufen ohne dass er mich heimsuchte. Vor Bibern war mir schon klar es wird keine Glanzzeit da es noch auf den letzten 20km noch zu kämpfen galt. Nach Biber den Berg hoch und dann runter den Berg nach Grenchen hier hieß es noch mal richtig laufen zu lassen ins Tal, funktionierte aber nicht mehr so richtig mit dem Laufen lassen wie geplant die Füße waren dagegen. Anschließend 19km am Kanal entlang und das zerrte hier ungemein. Viele Läufer sind hier schon auf den Gehschritt gewechselt, auch ich habe immer wieder mal kurzfristig auf diesen gestellt, der Körper zeigt einem jetzt das es genug wäre aber noch sind einige Kilometer zu laufen. Schön fand ich diesmal dass sich hier die Sonne nicht zeigte obwohl ich sie liebe aber nicht hier beim Bieler-Nachtlauf in der Früh. Die Zeit lief und die Kilometer wurden nicht so recht weniger und die hundsgemeinen letzten Kilometer zerrten an der Substanz und endlich 99km erreicht. Der letzte Kilometer, die letzten winzigen Erhöhungen wollten genommen werden dann endlich da vorne um die Ecke und dann das Zelt vorm Ziel. Um die Ecke dann kam sofort der Thomas heran, läuft mit mir noch durchs Zelt dann die letzte Ecke und jetzt das Ziel, geschafft nach 12:21:39 als 5.in der Altersklasse den Lauf beendet. Super war es und anschließend kommt die schlimmste Strecke in der Sporthalle die lange Treppe hinunter zu den Duschen aber schön war es.